An den Zapfsäulen herrscht miese Laune
Die Neumarkter ärgern sich über die hohen Preise. Ein Experte sieht kaum Besserung in naher Zukunft.
Mit sorgenvoller Miene blickt der Neumarkter Nico Böhme in Richtung der Preisanzeige, während er sein Auto betankt.
Neumarkt. Nico Böhme ist schlecht gelaunt. Kein Wunder: Er muss tanken – es hilft ja nichts. Der 18-Jährige fährt zu einer Neumarkter Tankstelle, greift dort zum Zapfhahn und lässt Superbenzin in den Tank seines Opel Corsas pumpen. Während der Sprit läuft, blickt der Neumarkter Schüler sorgenvoll auf die Anzeige an der Tanksäule. Was er dort lesen muss, gefällt ihm nicht: 1,66Euro (Preis am Nachmittag) werden für einen Liter Superbenzin fällig.
„Ich war geschockt, als ich den Preis gelesen habe“, gesteht der Schüler. Und mit diesem Gefühl ist er nicht allein. Die Neumarkter sind sauer. Extrem hohe Spritpreise lassen die Stimmung der Autofahrer in den Keller rutschen.
Nico Böhme fühlt sich dem Preistreiben hilflos ausgeliefert. Schließlich gebe es für ihn keine Alternative zum Auto. „Ich muss jeden Tag 50 Kilometer zwischen Neumarkt und Mimberg pendeln. Mit dem Bus oder der Bahn ist das nicht möglich – die Verbindungen sind einfach zu schlecht“, sagt der 18-Jährige.
Die Gründe für die Rekord-Kraftstoffpreise sind an den Rohölbörsen sowie im Nahen Osten zu suchen, meint der Neumarkter Energie-Experte Stefan Rödl. „Die Preise für Rohöl sind aktuell sehr, sehr hoch. Ein Barrel kostet 120 Dollar.“ Zum Vergleich: Im Vorjahr lag er im Schnitt knapp über 100Dollar. Hinzu kommt, dass der Euro derzeit schwächelt, man viel für den Dollar zahlen muss. Die Folge: Das Fertigprodukt Benzin, das aus Rohöl gewonnen wird, wird teurer.
Hinzu komme die unsichere Situation im Iran. Als Reaktion auf das Öl-Embargo der EU will das Land nun den Spieß umdrehen und den EU-Ländern den Ölhahn abdrehen. „Das schürt Ängste an den Börsen, weil keiner weiß, wie es weiter geht“, erklärt Experte Rödl.


