Mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt
Die Universitäten Regensburg und Duisburg-Essen starten ein Projekt zur Nachqualifizierung ausländischer Akademiker.
Das Projekt ProSalamander soll Akademiker aus dem Ausland zu einem in Deutschland anerkannten Abschluss führen. Foto: Axel Roitzsch
Regensburg. In vielen Branchen fehlen in Deutschland schon heute Fachkräfte. Ingenieure zum Beispiel sind auf dem Arbeitsmarkt sehr begehrt: Bis 2020 werden jedes Jahr 35000 neu eingestellt. Prognosen besagen, dass in drei Jahren bereits 130000 Hochschulabsolventen fehlen werden.
Gleichzeitig gibt es viele Migranten, die Beschäftigungen ausüben, die zum Teil weit unter ihrem Qualifikationsniveau liegen. Denn die akademischen Abschlüsse, die sie in ihrer Heimat – etwa in Polen oder der Türkei – erworben haben, werden hier oft nicht anerkannt. Dabei ist jeder zweite der mehr als zehn Millionen erwerbsfähigen Einwanderer als Ingenieur oder Techniker nach Deutschland gekommen. 80 Prozent der Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion sind ingenieurwissenschaftlich ausgebildet.
Um dieser Personengruppe bessere Perspektiven auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu ermöglichen, bieten die Universitäten Regensburg und Duisburg-Essen ein Projekt zur Nachqualifizierung an: ProSalamander. Die Essener Stiftung Mercator stellt dafür 2,5 Millionen Euro für die nächsten vier Jahre zur Verfügung.
Das Projekt soll zum kommenden Wintersemester starten. Zunächst prüft eine Clearingstelle an den beiden Universitäten individuell, welche Vorleistungen anerkannt werden können. Der identifizierte Nachholbedarf wird anschließend fachlich, sprachlich und methodisch geleistet, je nach zielgruppenspezifischem Zuschnitt. Intensive Beratung und Betreuung sind weitere Programmelemente.
„ProSalamander ist ein Modellprojekt für eine bessere Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund an zentralen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens“, sagt Professor Dr. Bernhard Lorentz, Geschäftsführer der Stiftung Mercator. „Der Abschluss an einer deutschen Hochschule und damit die Möglichkeit, einer der Qualifikation entsprechenden Arbeit nachzugehen, ist chancengleiche Teilhabe am Arbeitsmarkt, für die wir als Stiftung eintreten.“

