Gute Kontakte – gute Jobaussichten
Arbeitssuche Der Freundes- und Bekanntenkreis kann sehr hilfreich sein.
Helfende Hände bei der Job-Suche gibt es oft mehr als man denkt. Foto: dpa
Von Miriam Braun, dpa
München/Berlin. Ob über eine Stellenanzeige, über die Initiativbewerbung oder Netzwerke im Internet – bei der Job-Suche führen viele Wege zum Ziel: „Je breiter man sucht, desto größer sind die Chancen, etwas zu bekommen“, sagt Ilona Mirtschin von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Unterschätzt wird dabei oft der eigene Freundes- und Bekanntenkreis. Gerade über Empfehlungen werden viele Stellen vergeben. Bewerber sollten also auch im Alltagsleben auf sich aufmerksam machen.
Über Ausschreibungen in der Presse oder im Internet werden knapp 30 Prozent aller Jobs vergeben. Zwar bewerben sich dann viele Konkurrenten auf die gleiche Stelle, aber Annoncen zeigen gut, was aktuell am Markt verlangt wird. „Firmen melden in Stellenanzeigen ihren aktuellen Bedarf. Die Bewerber wissen damit genau, welche Stelle mit welchen Anforderungen wann zu besetzen ist“, erklärt Mirtschin.
Direkt beim Traumunternehmen kann man sich auch initiativ bewerben. „Dann konkurriert man nicht mit vielen anderen Bewerbern und kann mit einer größeren Aufmerksamkeit rechnen“, sagt Mirtschin. „Eine Initiativbewerbung muss ebenfalls individuell und zielgruppengerecht formuliert werden“, ergänzt Woischwill. Auch hier empfiehlt es sich anzurufen, nachzufragen und zu kommunizieren, was man der Firma anbieten kann.
Einige dieser Wege zählen schon zum verdeckten Arbeitsmarkt. Dieser enthält alle Stellen, die nicht durch eine öffentliche Ausschreibung bekannt gemacht werden. „Die meisten Jobs werden auf diese Weise vergeben“, erklärt Leitner: „An interne Mitarbeiter, an Praktikanten, über Empfehlungen oder über initiative Bewerbungen oder Messekontakte.“ Besonders der eigene Bekanntenkreis werde dabei oft unterschätzt.
„Viele machen den Fehler, dass sie sich nicht trauen zu sagen, dass sie auf Arbeitssuche sind“, erklärt Leitner. Man müsse sich und seine Suche aber sichtbar machen, denn über Beziehungen und soziale Netzwerke können sich einige Chancen ergeben. Gelegenheiten können überall entstehen: Im Treppenhaus, im Sportverein, im Kindergarten oder im Supermarkt an der Kasse.
„Einfach zu fragen ,Heh, hast du eine Stelle für mich?‘ ist jedoch auch nicht der richtige Weg“, meint Jutta Boenig, Karriereberaterin aus Überlingen am Bodensee. Damit mache man das eigene Problem zum Problem des anderen. Wichtig sei, die eigene Begeisterung für eine neue Herausforderung ins Gespräch zu bringen. „Für eine positive Wirkung ist wichtig, dass man sich selbst als Arbeitssuchender und nicht als Problemfall sieht“, erklärt Leitner.
Über Netzwerke im Internet können virtuelle Kontakte zu realen Kontakten werden. Auch in solchen Foren kommt es darauf an, mitzudiskutieren und auf sich aufmerksam zu machen. Von den Mitgliedern veranstaltete regionale Treffen können eine weitere Chance sein. „Sie ermöglichen den persönlichen Kontakt“, sagt Jutta Boenig.


