Kultur 19.02.2008, 08:22 Uhr

Klang- und schlagkräftiges Ensemble

Blasmusik Die Bayerische Brass Band Akademie trat im Wolfgangsaal auf.

Von Gerhard Heldt, MZ

Regensburg. Was in englischsprachigen Ländern eine lange Tradition hat, beginnt jetzt auch bei uns Fuß zu fassen: „Brass Bands“, reine Blechbläser-Formationen, unterstützt von kleinem Schlagwerk. Die Bayerische Brass Band Akademie (auch 3BA) existiert seit April 2005 und wird seither von Franz Matysiak geleitet.

2007 gewann sie die deutsche Meisterschaft und fährt dieses Jahr zur Europameisterschaft nach Norwegen. Matysiak formte aus 32 Bläsern, einem Pauker und zwei Schlagzeugern ein ebenso klang- wie schlagkräftiges Ensemble, das beim Benefizkonzert für die Bläserklassen der Sing- und Musikschule am Sonntag im gut besuchten Wolfgangsaal für viel Begeisterung sorgte. Dass der Saal für diese Besetzung nicht eben ideal war, stand bereits nach wenigen Takten der „Festmusik der Stadt Wien“ (1943) von Richard Strauss fest, mit der das Programm eröffnet wurde. Dennoch machte das Zuhören Spaß, zumal technisch wie musikalisch auf hohem Niveau gespielt wurde und alle vorgestellten Stücke hier Novitäten waren.

Auf hohem Niveau gespielt

Die Akademie gefiel mit kompaktem, abgerundetem Klang, der trotz teils enormer Lautstärke nie aufdringlich wurde. Anstelle von Trompeten erklangen weicher klingende Kornette, und die klanglich dunkel grundierten Tenorinstrumente Flügel- und Althorn, Euphonium und Bariton bildeten zusammen mit vier Posaunen und vier Basstuben ein bestens abgefedertes Fundament.

Die „Moorside Suite“ von Gustav Holst, 1928 für einen Brass-Band-Wettbewerb komponiert, gilt als Klassiker, was die Präsentation von Klangfarben angeht, die hier, virtuos in allen Instrumentengruppen, in reicher Zahl aufgefächert wurden. Die „Partita“ von Philip Sparke gefiel dank ihrer drei anspruchsvollen Sätze, die auf Spieltechniken aller Gruppen abgestimmt sind. Höhepunkt des Abends waren die „Paganini Variations“ von Philip Wilby, Pflichtstück bei der diesjährigen Meisterschaft in Ingolstadt. Wilby variiert das beliebte Thema einer Violin-Caprice Paganinis, das er vielfach verfremdet, Rimsky-Korsakows „Hummelflug“ ebenso annähert wie einem Händelschen Anthem; ein besonderer Gag ist die köstliche Variation für die vier Basstuben.

Nach einer schmissigen „Riverdance“-Jam-Session von Bill Whelan bedankten sich die Musiker mit einem Arrangement des Beatles-Songs „Yellow Submarine“, in den sich kokett der markante Anfang von John Philip Sousas „Stars and Stripes“ eingeschlichen hatte.

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